Physiotherapie - Verletzungsprävention im Sport

Physiotherapie und Sport

Gerade bei SportlerInnen mit hohem Trainingspensum und jahrelanger Bewegungserfahrung passt sich der Körper an die gegebenen Umstände an.

Bei Einschränkungen wird immer wieder auf bildgebende Verfahren (MR-Untersuchung) zurückgegriffen wo sich Läsionen wie Einrisse, Risse etc. diagnostizieren lassen. Interessant jedoch ist die Tatsache, dass auch bei asymptomatischen SportlerInnen die gleichen Läsionen diagnostiziert werden können (Lee et al., 2019). Warum haben diese jedoch keine Schmerzen bzw. keine Einschränkungen in der Bewegungsausführung?


Genau hier setzt auch die physiotherapeutische Therapieplanung an - Gezieltes Training der erforderlichen Muskulatur, spezifisch für die jeweilige Sportart, um bereits im Vorhinein Risikofaktoren zu minimieren. Im Idealfall erfolgt die Erstellung des Trainingsplans für (Leistungs)Sportler durch Trainer und Therapeuten gemeinsam.

Das Hauptaugenmerk der PhysiotherapeutInnen liegt dabei auf Prophylaxe von Verletzungen (=Vorbeugende Maßnahmen, sodass das Verletzungsrisiko abnimmt) bzw. auf der Entscheidung des Zeitpunkts für den idealen Wiedereinstieg in das reguläre Training (return to play).

 

Sportverletzungen

Auch wenn alle Risikofaktoren minimiert wurden, sind Sportverletzungen nicht zu 100 % zu vermeiden. Alle Leistungsklassen, vom Amateur bis zum Vollprofi, kennen diese leidige Thematik.

So ist etwa das Verletzungsrisiko bei Kontaktsportarten höher als bei Nicht-Kontaktsportarten. Jedoch kann das Auftreten von Verletzungen ohne Fremdkontakt mit gezielten trainingstherapeutischen Interventionen deutlich verringert werden.

So sind etwa Hamsting-Injuries (Zerrungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur) bei Fußballern die häufigste Verletzungsursache - noch vor Bändertraumata bzw. Rupturen. Jedoch lässt sich über Adaptierung des Trainingsplans die Verletzungshäufigkeit deutlich reduzieren. Das heißt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung abnimmt.

Gerade hierbei ist die physiotherapeutische Betreuung insofern sehr wichtig, als mit einem guten Rehabilitationsplan der Wiedereinstieg professionell begleitet werden kann und zukünftige Verletzungen entgegengewirkt werden kann.

Das exemplarisch angeführte Beispiel der Hamstring-Injuries zeigt, welche Aufgabe die physiotherapeutische Betreuung im Bereich Sport einnimmt. Die Nachbetreuung von Verletzungen des Bewegungsapparates ist dabei nur eine Teilaufgabe. Vielmehr liegt das physiotherapeutische Hauptziel auf der Minimierung von Verletzungen durch gezieltes therapeutisches Training und auf der konservativen Behandlung von Verletzungen und Einschränkungen.